🫁🥄🧫🔬

Verdauungstrakt – Anatomie & Physiologie

📋 Generalistische Pflegeausbilding Lehrjahr 1
🗺️ Der Verdauungsweg – Überblick
🗺️ Stationen des Verdauungstrakts
👄
Mundhöhle
Kauen, Speichel, Amylase
🗣️
Rachen (Pharynx)
Schlucken, Kehldeckel
〽️
Speiseröhre
~25 cm, Peristaltik
🫙
Magen (Gaster)
~1,5 l, Magensaft, Salzsäure
〰️
Dünndarm
~6 m, Resorption, 200 m²
🌀
Dickdarm
Wasser, Elektrolyte
🚪
Rektum / After
Stuhl ausscheiden
Merke: Der Verdauungstrakt = durchgehendes Rohr von Mund bis After. Mechanische Zerkleinerung + chemische Verdauung (Enzyme) → Nährstoffe ins Blut → Ausscheidung der Reste.

📖 Was ist das Verdauungssystem?

  • Verdauungstrakt (Verdauungskanal): durchgehendes Rohr von Mund bis After
  • Verdauungsdrüsen: Speicheldrüsen, Leber, Pankreas – geben enzymatische Sekrete ab
  • Zusammen: Verdauungssystem
  • Peristaltik: wellenförmige Muskelkontraktionen → Transport des Nahrungsbreis
  • Tägliche Verdauungssäfte: ca. 8 Liter (Speichel, Magensaft, Galle, Pankreassaft, Darmsaft)

🎯 Klausur-Lernziele

  • Wandaufbau des Verdauungstrakts (4 Schichten) benennen
  • Magen – Abschnitte, Zellen, Magensaft
  • Dünndarm – Aufbau, Oberflächenvergrößerung, Resorption
  • Leber – Funktionen, Galle, enterohepatischer Kreislauf
  • Pankreas – exokrin vs. endokrin, Langerhans-Inseln, Enzyme
  • Enzyme: welches spaltet was? (KH, Fett, Eiweiß)
  • Insulin vs. Glukagon – Wirkung auf Blutzucker
🏗️ Wandaufbau des Verdauungstrakts
🏗️ Die 4 Wandschichten – von innen nach außen
Merksatz: Mukosa – Submukosa – Muskularis – Serosa → „Muss sich Mia spazieren"
SchichtFachbegriffFunktion / Besonderheit
1. SchleimhautMukosa (Tunica mucosa)Innerste Schicht · enthält Drüsen · produziert Schleim · bildet Zotten & Krypten im Dünndarm · kann Drüsen enthalten
2. BindegewebeSubmukosa (Tela submucosa)Blutgefäße und Nerven verlaufen hier · Meissner-Plexus = steuert Drüsenaktivität der Schleimhaut · kann ebenfalls Drüsen enthalten
3. MuskelschichtMuskularis (Tunica muscularis)Längs- und Ringmuskulatur · bei Magen/Speiseröhre zusätzlich Quermuskulatur · Auerbach-Plexus = reguliert Peristaltik · ermöglicht Nahrungstransport
4. AußenschichtSerosa / AdventitiaSerosa = wenn von Bauchfell überzogen · Adventitia = wenn kein Bauchfellüberzug vorhanden

🧠 Meissner-Plexus (Plexus submucosus)

  • Liegt in der Submukosa
  • Steuert die Aktivität der Drüsen in der Schleimhaut
  • Teil des enterischen Nervensystems
  • Beeinflusst durch Sympathikus und Parasympathikus

🧠 Auerbach-Plexus (Plexus myentericus)

  • Liegt in der Muskularis
  • Reguliert die Peristaltik
  • Koordiniert die Darmbewegungen
  • Ebenfalls Teil des enterischen Nervensystems
Klausur-Tipp: Die unterschiedlichen Darmabschnitte haben alle dieselbe Grundstruktur der 4 Schichten – nur die Mukosa ist verschieden (Schleimhautfalten, Zotten, Krypten je nach Abschnitt).
👄 Mundhöhle, Rachen & Speiseröhre
👄 Mundhöhle – Beginn der Verdauung

🦷 Zähne

  • Mechanische Zerkleinerung der Nahrung
  • Alle Zähne zusammen = Gebiss
  • Vorbereitung für chemische Verdauung

👅 Zunge (Lingua)

  • Mit Schleimhaut überzogener Muskelkörper
  • Hilft bei Kau- und Saugbewegungen
  • Formt schluckfähigen Bissen
  • Geschmacks- und Tastempfinden
  • Beteiligt an Lautbildung

💧 Speicheldrüsen (3 Paare)

  • Ohrspeicheldrüse (Glandula parotidea)
  • Unterkieferspeicheldrüse (Glandula submandibularis)
  • Unterzungenspeicheldrüse (Glandula sublingualis)
  • Speichel: 99,5% Wasser + Elektrolyte + Enzyme (Ptyalin/Amylase = spaltet Stärke!)
🗣️ Rachen & Speiseröhre

🗣️ Rachen (Pharynx)

  • Verbindet Mundhöhle und Speiseröhre, aber auch Nase und Luftröhre
  • Kreuzung von Atem- und Speiseweg!
  • Schlucken: Gaumensegel hebt sich → Kehldeckel (Epiglottis) verschließt Kehlkopf → kein Schlucken in Luftröhre
  • Schluckreflex durch Berührungssensoren ausgelöst

〽️ Speiseröhre (Ösophagus)

  • ~25 cm langer Muskelschlauch zwischen Rachen und Magen
  • 3 Engstellen: Ringknorpelenge · Aortenenge · Zwerchfellenge
  • Peristaltik = wellenförmige Kontraktionen → Transport zum Magen
  • Oberer Ösophagussphinkter: öffnet sich beim Schlucken
  • Unterer Ösophagussphinkter: verhindert Rückfluss von Magensaft
  • Obere 2/3: quergestreifte Muskulatur; unteres Drittel: glatte Muskulatur
Pflege-Relevanz: Schluckstörungen (Dysphagie) → Aspirationsgefahr! Unterer Ösophagussphinkter schwach → Sodbrennen (Reflux). Engstellen der Speiseröhre: dort bleiben zu große Bissen stecken!
🫙 Magen (Gaster)
🫙 Anatomie des Magens

Abschnitte des Magens

  • Kardia (Magenmund): Eingang, Übergang Speiseröhre → Magen
  • Fundus (Magengrund): kuppelförmig unter dem Zwerchfell; Luftansammlung beim Essen
  • Korpus (Magenkörper): größter Teil; geht über in Antrum
  • Antrum pyloricum: Vorraum des Pförtners
  • Pylorus (Pförtner): Übergang zum Dünndarm mit Sphinkter

Allgemeines

  • Fassungsvermögen: ca. 1,5 l
  • Kommaförmig gebogen
  • Große Kurvatur: nach außen gewölbte längere Seite
  • Kleine Kurvatur: nach innen gewölbte kürzere Seite
  • Form variiert je nach Füllungsgrad und Körperlage
  • Halterung durch Bänder (Leber und Milz)

Muskelschicht der Magenwand (3 Schichten!)

Die Magenwand hat im Unterschied zum übrigen Verdauungskanal 3 Muskelschichten: Längsmuskeln · Ringmuskeln · Schrägmuskeln. Dadurch: vielfältiges Zusammenziehen → Nahrungsbrei zerkleinern + durchmischen + zum Ausgang leiten.

🔬 Magenschleimhaut – Zellen & Funktionen
ZellartProduziertFunktion des Produkts
Belegzellen (Parietalzellen)Salzsäure (HCl) + Intrinsic-FaktorHCl: denaturiert Proteine (bessere Verdaubarkeit) · Desinfektion (Bakterien, Viren) · aktiviert Pepsinogen → Pepsin
Intrinsic-Faktor: notwendig für Vitamin-B₁₂-Aufnahme im Dünndarm!
HauptzellenPepsinogen + MagenlipasePepsinogen → bei pH < 6 aktiviert zu Pepsin → spaltet Eiweiße in Bruchstücke (10–100 AS)
Magenlipase → beginnt Fettverdauung (erst im Magen aktiviert)
NebenzellenMuzinhaltiger MagenschleimBildet schützenden Schleimfilm auf der Magenwand → Schutz vor der eigenen Salzsäure und vor Selbstverdauung
PylorusdrüsenSchleim + Gastrin + SomatostatinGastrin: fördert Salzsäureproduktion
Somatostatin: hemmt Verdauungshormone
Klausur-Falle: Pepsinogen wird von Hauptzellen produziert und erst durch HCl (pH < 6) zum aktiven Enzym Pepsin aktiviert! Der Intrinsic-Faktor kommt von den Belegzellen – bei Mangel: perniziöse Anämie (B₁₂-Mangel)!
🧪 Magensaft – Zusammensetzung

Zusammensetzung (2 l täglich!)

  • Salzsäure (HCl): pH 1–2 im Magen; Speisebrei: pH 2–4
  • Pepsinogene/Pepsine: eiweißspaltend
  • Magenschleim (Muzin): Schutzfilm
  • Intrinsic-Faktor: für Vitamin B₁₂
  • Wasser

Chymus – der Speisebrei

  • Im Magen: Nahrung durch Peristaltik zerkleinert + mit Magensaft durchmischt = Chymus
  • Chymus verlässt Magen nach ca. 2 Stunden
  • Transport durch Pylorus in den Dünndarm
〰️ Dünndarm (Intestinum tenue)
〰️ Abschnitte & Aufgaben

3 Abschnitte des Dünndarms

  • Duodenum (Zwölffingerdarm): Endverdauung mit Galle + Pankreassaft; pH-Neutralisierung
  • Jejunum (Leerdarm): Hauptresorptionsort für Nährstoffe
  • Ileum (Krummdarm): Resorption von Vitamin B₁₂ und Gallensäuren (enterohepatischer Kreislauf)

Hauptaufgaben

  • Vorverdauten Speisebrei vollständig verdauen
  • Kleine Moleküle (Nährstoffe) resorbieren → ins Blut
  • Ca. 8 l Verdauungssäfte täglich rücksorbieren
  • Länge: ca. 6 Meter
  • Oberfläche: 200 m² (durch Falten, Zotten, Mikrovilli!)
📐 Oberflächenvergrößerung – 3-stufig!
Warum 200 m² bei nur 6 m Länge? Drei übereinanderliegende Stufen der Vergrößerung!

1️⃣ Kerckring-Falten

  • Ringförmige Schleimhautfalten
  • Bis zu 1 cm hoch
  • Erste Stufe der Oberflächenvergrößerung

2️⃣ Zotten (Villi)

  • Finger- bis blattförmige Ausstülpungen
  • Ca. 1 mm hoch
  • In ständiger Bewegung → tauchen in Speisebrei → Moleküle aufnehmen
  • Enthalten Kapillaren und zentrales Lymphgefäß
  • Zwischen den Zotten: Krypten (Lieberkühn-Drüsen)

3️⃣ Mikrovilli (Bürstensaum)

  • Dichte Fortsätze der Enterozyten (Saumzellen)
  • Bilden Bürstensaum
  • Dritte Stufe der Vergrößerung
  • Direkte Resorptionsfläche für Nährstoffe
Merke: Krypten = Lieberkühn-Drüsen = zwischen den Zotten → bilden einen Teil des Darmsafts der dem Speisebrei zugemischt wird.
🌀 Dickdarm & Rektum
🌀 Aufbau & Aufgaben

Hauptaufgaben

  • Wasser und Elektrolyte rückresorbieren → Darminhalt eindicken
  • Verdauung und Resorption im Dünndarm bereits abgeschlossen
  • Halbfester Stuhl durch Speicherung im Mastdarm
  • Ausscheidung über After (Anus)
  • Durchmesser: ~7 cm (wesentlich größer als Dünndarm)

Abschnitte

  • Blinddarm (Caecum) + Wurmfortsatz (Appendix vermiformis)
  • Kolon (Grimmdarm) in 4 Abschnitten:
  • → Colon ascendens (aufsteigend, rechte Seite)
  • → Colon transversum (quer verlaufend)
  • → Colon descendens (absteigend, linke Seite)
  • → Colon sigmoideum (S-förmig)
  • Rektum (Mastdarm): Stuhlspeicherung
  • After (Anus): Ausscheidung
Pflege-Relevanz: Im Dickdarm wird kein Nahrungsbrei mehr verdaut – nur Wasser und Elektrolyte. Bei Durchfall → zu wenig Wasser resorbiert. Bei Obstipation → zu viel. Blinddarm-Entzündung (Appendizitis) = Entzündung des Wurmfortsatzes!
🫀 Leber (Hepar), Galle & Gallenwege
🏭 Funktionen der Leber – Stoffwechselzentrale

Die Leber ist die Stoffwechselzentrale des menschlichen Körpers!

🧪 Produktion & Synthese

  • Produziert täglich ca. 0,5 l Galle
  • Bildet Proteine (Albumin, Gerinnungsfaktoren)
  • Sezerniert Bilirubin (Abbauprodukt roter Blutkörperchen)

⚗️ Stoffwechsel

  • Vielfältige Aufgaben im Eiweiß-, Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel
  • Speichert Vitamine, Kohlenhydrate und Fette
  • Regulation des pH-Werts

🛡️ Entgiftung

  • Entgiftet Alkohol, Medikamente und andere Schadstoffe
  • Baut Ammoniak zu Harnstoff ab
  • Erste Station für Blut aus dem Darm (Pfortaderblut)
🟡 Galle – Zusammensetzung & Fettverdauung

Was ist Galle?

  • Ca. 0,5 l täglich, gelbbraun
  • Enthält: Gallensäuren, Lezithin, Phospholipide, Bilirubin, Wasser
  • Wichtigste Funktion: Fettemulgierung
  • Gallensäuren aus Cholesterin gebildet
  • Setzen Oberflächenspannung zwischen Fett und Wasser herab → feine Fettverteilung = Emulgierung
  • Mizellen: kleinste Fettpartikel → ermöglichen Resorption

♻️ Enterohepatischer Kreislauf

  • Im letzten Dünndarmabschnitt (Ileum) werden Gallensäuren zu ca. 90% rückresorbiert
  • Gelangen mit dem Pfortaderblut zurück zur Leber
  • Leber fügt sie erneut der Galle hinzu
  • = Enterohepatischer Kreislauf der Gallensäuren
  • Entlastet die Leber: muss nur wenige Gallensäuren neu produzieren
  • „Recycling" der Gallensäuren

Gallenwege & Gallenblase

  • Galle fließt über rechten + linken Lebergallengang → vereinigen sich an Leberpforte
  • Außerhalb von Verdauungsphasen → Galle über Ductus cysticus in Gallenblase geleitet → dort eingedickt (Blasengalle: 50–80 ml)
  • Bei fettem Essen → Gallenblase zieht sich zusammen → Galle in Zwölffingerdarm
  • Gallengang mündet gemeinsam mit Ductus pancreaticus an der Papilla duodeni major ins Duodenum
🔬 Pankreas (Bauchspeicheldrüse)
🔬 Anatomie & Übersicht

Anatomie

  • Länge: ca. 15–20 cm, 1,5–3 cm dick, ~80 g
  • Im Oberbauch, C-förmig vom Duodenum umschlossen
  • Abschnitte: Pankreaskopf (breiteste Teil) – PankreaskörperPankreasschwanz
  • Ausführungsgang: Ductus pancreaticus
  • Mündet gemeinsam mit Gallengang an Papilla duodeni major ins Duodenum

2 Anteile des Pankreas!

  • Exokriner Anteil: produziert Pankreassaft → gibt ihn über Ausführungsgänge in den Dünndarm ab
  • Endokriner Anteil: Langerhans-Inseln → bilden Hormone direkt ins Blut (kein Ausführungsgang!)
Merkhilfe: EXOkrin = EXit in den Darm · ENDOkrin = ENDO = nach innen, direkt ins Blut
🧬 Endokriner Anteil – Langerhans-Inseln & Hormone
ZelltypProduziertWirkung
B-Zellen (β-Zellen)InsulinSenkt den Blutzucker → Glukose in Zellen → Blutzucker ↓. Insulinmangel → Diabetes mellitus!
A-Zellen (α-Zellen)GlukagonSteigert den Blutzucker → Glykogen aus Leber wird zu Glukose abgebaut → Blutzucker ↑
D-Zellen (δ-Zellen)SomatostatinReguliert und hemmt die Freisetzung von Insulin und Glukagon; reguliert Appetit
PP-ZellenPankreatisches PolypeptidReguliert Appetit; sorgt für Sättigungsgefühl
Klausur-Merksatz – Insulin vs. Glukagon:
Insulin (B-Zellen) = Blutzucker ↓ (bei vollem Magen) | Glukagon (A-Zellen) = Blutzucker ↑ (bei leerem Magen). Beide zusammen = Blutzuckerhomöostase. B-Zellen versagen → Diabetes mellitus Typ 1!
🧪 Exokriner Anteil – Pankreassaft

Pankreassaft (1,5 l täglich)

  • Bikarbonatreich → neutralisiert sauren Chymus aus Magen im Duodenum (pH-Anpassung für Enzyme!)
  • Enthält zahlreiche Verdauungsenzyme
  • Gabe ins Duodenum reguliert durch Hormone: Sekretin und Cholezystokinin (CCK)

Sekretin & Cholezystokinin

  • Sekretin: → Pankreas bildet bikarbonatreichen Saft → neutralisiert Säure. Hemmt Magensäure, fördert Gallenbildung
  • CCK (Cholezystokinin): → steigert Enzymgehalt des Pankreassafts → Gallenblasenkontrkation → Galle ins Duodenum. Hemmt Magenbeweglichkeit
⚗️ Verdauungsenzyme – Was spaltet was?
⚗️ Enzyme – Überblick nach Nährstoffklasse
NährstoffEnzymProduziert vonWo aktivSpaltprodukt
🍞 Kohlenhydrate (KH)Ptyalin / α-AmylaseSpeicheldrüsenMundhöhleStärke → Maltose (Zweifachzucker)
α-AmylasePankreasDünndarmStärke → Maltose
Maltase, Laktase, SaccharaseDünndarmschleimhautDünndarmZweifachzucker → Einfachzucker
🥩 Eiweiß (Proteine)Pepsin (aus Pepsinogen)Hauptzellen (Magen)Magen (pH <6)Proteine → Polypeptide (10–100 AS)
Trypsin / ChymotrypsinPankreas (als inaktive Vorstufe!)DünndarmPolypeptide → kleinere Peptide
CarboxypeptidasePankreasDünndarmEinzelne AS vom Ende abspalten → resorptionsfähig
🥑 Fette (Lipide)ZungengrundlipaseZungengrunddrüsenMagen (erst dort aktiviert)Beginn der Fettverdauung
MagenlipaseHauptzellen (Magen)MagenFette → Fettsäuren + Glycerin (teilweise)
PankreaslipasePankreasDünndarmTriglyceride → Fettsäuren + Glycerin (Hauptverdauung!)
Klausur-Tipp: Trypsin und Chymotrypsin werden als inaktive Vorstufen (Trypsinogen, Chymotrypsinogen) ausgeschüttet – erst im Dünndarm aktiviert! Sonst würden sie das Pankreasgewebe selbst verdauen (→ Pankreatitis!).
🔑 Merksätze & Klausur-Fakten

KH-Verdauung

  • Beginnt im Mund (Amylase spaltet Stärke)
  • Endet im Dünndarm
  • Endprodukt: Einfachzucker (Glukose!)

Eiweißverdauung

  • Beginnt im Magen (Pepsin)
  • Vollendet im Dünndarm (Trypsin, Chymotrypsin)
  • Endprodukt: Aminosäuren

Fettverdauung

  • Beginnt im Magen (Lipase)
  • Hauptverdauung im Dünndarm (Galle emulgiert, Pankreaslipase spaltet)
  • Endprodukt: Fettsäuren + Glycerin
📖 Definitionen & Fachbegriffe
📋 Fachbegriffe Verdauungstrakt
BegriffErklärung / Definition
VerdauungstraktDurchgehendes Rohr von Mund bis After; mechanische + chemische Zerkleinerung und Resorption der Nahrung
PeristaltikWellenförmige Muskelkontraktionen der Verdauungstraktwand → Transport des Nahrungsbreis
ChymusSpeisebrei = Nahrung nach Durchmischung mit Magensaft im Magen; verlässt Magen nach ~2 Stunden
MukosaSchleimhautschicht = innerste Wandschicht des Verdauungstrakts; enthält Drüsen
SubmukosaBindegewebsschicht mit Blutgefäßen und Nerven (Meissner-Plexus)
MuskularisMuskelschicht aus Längs- und Ringmuskulatur; enthält Auerbach-Plexus → Peristaltik
Serosa / AdventitiaÄußerste Schicht; Serosa wenn Bauchfellüberzug vorhanden, sonst Adventitia
KardiaMagenmund = Übergang Speiseröhre → Magen
FundusMagengrund = kuppelförmiger oberer Abschnitt des Magens (Luftblase nach Essen)
PylorusPförtner = Übergang Magen → Dünndarm; mit Schließmuskel (Sphinkter)
BelegzellenParietalzellen der Magenschleimhaut → produzieren Salzsäure (HCl) + Intrinsic-Faktor
HauptzellenZellen der Magenschleimhaut → produzieren Pepsinogen (→ Pepsin) + Magenlipase
Intrinsic-FaktorVon Belegzellen gebildet; notwendig für Vitamin-B₁₂-Resorption im Ileum. Fehlt er → Perniziöse Anämie
PepsinEiweißspaltendes Enzym im Magen; entsteht aus Pepsinogen durch HCl (bei pH <6)
DuodenumZwölffingerdarm = erster Dünndarmabschnitt; Einmündung von Galle + Pankreassaft; pH-Neutralisierung
Zotten (Villi)Fingerförmige Schleimhautausstülpungen im Dünndarm (~1 mm hoch); Hauptresorptionsfläche
MikrovilliWinzige Fortsätze der Enterozyten → Bürstensaum; dritte Stufe der Oberflächenvergrößerung
Krypten (Lieberkühn-Drüsen)Schlauchförmige Einsenkungen zwischen den Zotten → bilden einen Teil des Darmsafts
Kerckring-FaltenRingförmige Schleimhautfalten im Dünndarm (bis 1 cm hoch); erste Stufe der Oberflächenvergrößerung
Leber (Hepar)Stoffwechselzentrale: Galleproduktion, Entgiftung, Eiweiß-/KH-/Fettstoffwechsel, Vitaminspeicher
GalleVon der Leber produzierte gelbbraune Flüssigkeit (~0,5 l täglich); emulgiert Fette im Dünndarm
GallensäurenAus Cholesterin gebildet; setzen Oberflächenspannung zwischen Fett und Wasser herab → Emulgierung
Enterohepatischer Kreislauf90% der Gallensäuren werden im Ileum rückresorbiert und zur Leber zurücktransportiert → Recycling
PankreasBauchspeicheldrüse; exokrin: Pankreassaft (Enzyme); endokrin: Insulin, Glukagon (Langerhans-Inseln)
ExokrinDrüse mit Ausführungsgang → Sekret wird in Körperhöhle (Darm) abgegeben (z.B. Pankreas → Dünndarm)
EndokrinDrüse ohne Ausführungsgang → Hormone direkt ins Blut abgegeben (z.B. Langerhans-Inseln → Blutbahn)
Langerhans-InselnEndokriner Anteil des Pankreas: B-Zellen (Insulin), A-Zellen (Glukagon), D-Zellen (Somatostatin)
InsulinHormon der B-Zellen → senkt Blutzucker; Glukose wird in Zellen aufgenommen. Fehlt → Diabetes mellitus
GlukagonHormon der A-Zellen → erhöht Blutzucker; Glykogen in Leber wird zu Glukose abgebaut
TrypsinEiweißspaltendes Pankreasenzym (Endopeptidase); wird als inaktives Trypsinogen ausgeschüttet!
PankreaslipaseFettspaltende Enzym des Pankreas; wichtigstes Enzym zur Fettverdauung im Dünndarm
BilirubinAbbauprodukt des Hämoglobins (rote Blutkörperchen); von der Leber sezerniert; färbt Stuhl braun und Urin gelb. Bei Stau: Ikterus (Gelbsucht)
EmulgierungFeine Verteilung von Fett in Wasser durch Gallensäuren → Mizellen → Fettsäuren können resorbiert werden
Meissner-PlexusNervennetz in der Submukosa → steuert Drüsenaktivität der Schleimhaut
Auerbach-PlexusNervennetz in der Muskularis → reguliert Peristaltik
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