🗺️ Der Verdauungsweg – Überblick
🗺️ Stationen des Verdauungstrakts ▼
👄
→
Mundhöhle
Kauen, Speichel, Amylase
🗣️
→
Rachen (Pharynx)
Schlucken, Kehldeckel
〽️
→
Speiseröhre
~25 cm, Peristaltik
🫙
→
Magen (Gaster)
~1,5 l, Magensaft, Salzsäure
〰️
→
Dünndarm
~6 m, Resorption, 200 m²
🌀
→
Dickdarm
Wasser, Elektrolyte
🚪
Rektum / After
Stuhl ausscheiden
Merke: Der Verdauungstrakt = durchgehendes Rohr von Mund bis After. Mechanische Zerkleinerung + chemische Verdauung (Enzyme) → Nährstoffe ins Blut → Ausscheidung der Reste.
📖 Was ist das Verdauungssystem?
- Verdauungstrakt (Verdauungskanal): durchgehendes Rohr von Mund bis After
- Verdauungsdrüsen: Speicheldrüsen, Leber, Pankreas – geben enzymatische Sekrete ab
- Zusammen: Verdauungssystem
- Peristaltik: wellenförmige Muskelkontraktionen → Transport des Nahrungsbreis
- Tägliche Verdauungssäfte: ca. 8 Liter (Speichel, Magensaft, Galle, Pankreassaft, Darmsaft)
🎯 Klausur-Lernziele
- Wandaufbau des Verdauungstrakts (4 Schichten) benennen
- Magen – Abschnitte, Zellen, Magensaft
- Dünndarm – Aufbau, Oberflächenvergrößerung, Resorption
- Leber – Funktionen, Galle, enterohepatischer Kreislauf
- Pankreas – exokrin vs. endokrin, Langerhans-Inseln, Enzyme
- Enzyme: welches spaltet was? (KH, Fett, Eiweiß)
- Insulin vs. Glukagon – Wirkung auf Blutzucker
🏗️ Wandaufbau des Verdauungstrakts
🏗️ Die 4 Wandschichten – von innen nach außen ▼
Merksatz: Mukosa – Submukosa – Muskularis – Serosa → „Muss sich Mia spazieren"
| Schicht | Fachbegriff | Funktion / Besonderheit |
|---|---|---|
| 1. Schleimhaut | Mukosa (Tunica mucosa) | Innerste Schicht · enthält Drüsen · produziert Schleim · bildet Zotten & Krypten im Dünndarm · kann Drüsen enthalten |
| 2. Bindegewebe | Submukosa (Tela submucosa) | Blutgefäße und Nerven verlaufen hier · Meissner-Plexus = steuert Drüsenaktivität der Schleimhaut · kann ebenfalls Drüsen enthalten |
| 3. Muskelschicht | Muskularis (Tunica muscularis) | Längs- und Ringmuskulatur · bei Magen/Speiseröhre zusätzlich Quermuskulatur · Auerbach-Plexus = reguliert Peristaltik · ermöglicht Nahrungstransport |
| 4. Außenschicht | Serosa / Adventitia | Serosa = wenn von Bauchfell überzogen · Adventitia = wenn kein Bauchfellüberzug vorhanden |
🧠 Meissner-Plexus (Plexus submucosus)
- Liegt in der Submukosa
- Steuert die Aktivität der Drüsen in der Schleimhaut
- Teil des enterischen Nervensystems
- Beeinflusst durch Sympathikus und Parasympathikus
🧠 Auerbach-Plexus (Plexus myentericus)
- Liegt in der Muskularis
- Reguliert die Peristaltik
- Koordiniert die Darmbewegungen
- Ebenfalls Teil des enterischen Nervensystems
Klausur-Tipp: Die unterschiedlichen Darmabschnitte haben alle dieselbe Grundstruktur der 4 Schichten – nur die Mukosa ist verschieden (Schleimhautfalten, Zotten, Krypten je nach Abschnitt).
👄 Mundhöhle, Rachen & Speiseröhre
👄 Mundhöhle – Beginn der Verdauung ▼
🦷 Zähne
- Mechanische Zerkleinerung der Nahrung
- Alle Zähne zusammen = Gebiss
- Vorbereitung für chemische Verdauung
👅 Zunge (Lingua)
- Mit Schleimhaut überzogener Muskelkörper
- Hilft bei Kau- und Saugbewegungen
- Formt schluckfähigen Bissen
- Geschmacks- und Tastempfinden
- Beteiligt an Lautbildung
💧 Speicheldrüsen (3 Paare)
- Ohrspeicheldrüse (Glandula parotidea)
- Unterkieferspeicheldrüse (Glandula submandibularis)
- Unterzungenspeicheldrüse (Glandula sublingualis)
- Speichel: 99,5% Wasser + Elektrolyte + Enzyme (Ptyalin/Amylase = spaltet Stärke!)
🗣️ Rachen & Speiseröhre ▼
🗣️ Rachen (Pharynx)
- Verbindet Mundhöhle und Speiseröhre, aber auch Nase und Luftröhre
- Kreuzung von Atem- und Speiseweg!
- Schlucken: Gaumensegel hebt sich → Kehldeckel (Epiglottis) verschließt Kehlkopf → kein Schlucken in Luftröhre
- Schluckreflex durch Berührungssensoren ausgelöst
〽️ Speiseröhre (Ösophagus)
- ~25 cm langer Muskelschlauch zwischen Rachen und Magen
- 3 Engstellen: Ringknorpelenge · Aortenenge · Zwerchfellenge
- Peristaltik = wellenförmige Kontraktionen → Transport zum Magen
- Oberer Ösophagussphinkter: öffnet sich beim Schlucken
- Unterer Ösophagussphinkter: verhindert Rückfluss von Magensaft
- Obere 2/3: quergestreifte Muskulatur; unteres Drittel: glatte Muskulatur
Pflege-Relevanz: Schluckstörungen (Dysphagie) → Aspirationsgefahr! Unterer Ösophagussphinkter schwach → Sodbrennen (Reflux). Engstellen der Speiseröhre: dort bleiben zu große Bissen stecken!
🫙 Magen (Gaster)
🫙 Anatomie des Magens ▼
Abschnitte des Magens
- Kardia (Magenmund): Eingang, Übergang Speiseröhre → Magen
- Fundus (Magengrund): kuppelförmig unter dem Zwerchfell; Luftansammlung beim Essen
- Korpus (Magenkörper): größter Teil; geht über in Antrum
- Antrum pyloricum: Vorraum des Pförtners
- Pylorus (Pförtner): Übergang zum Dünndarm mit Sphinkter
Allgemeines
- Fassungsvermögen: ca. 1,5 l
- Kommaförmig gebogen
- Große Kurvatur: nach außen gewölbte längere Seite
- Kleine Kurvatur: nach innen gewölbte kürzere Seite
- Form variiert je nach Füllungsgrad und Körperlage
- Halterung durch Bänder (Leber und Milz)
Muskelschicht der Magenwand (3 Schichten!)
Die Magenwand hat im Unterschied zum übrigen Verdauungskanal 3 Muskelschichten: Längsmuskeln · Ringmuskeln · Schrägmuskeln. Dadurch: vielfältiges Zusammenziehen → Nahrungsbrei zerkleinern + durchmischen + zum Ausgang leiten.
🔬 Magenschleimhaut – Zellen & Funktionen ▼
| Zellart | Produziert | Funktion des Produkts |
|---|---|---|
| Belegzellen (Parietalzellen) | Salzsäure (HCl) + Intrinsic-Faktor | HCl: denaturiert Proteine (bessere Verdaubarkeit) · Desinfektion (Bakterien, Viren) · aktiviert Pepsinogen → Pepsin Intrinsic-Faktor: notwendig für Vitamin-B₁₂-Aufnahme im Dünndarm! |
| Hauptzellen | Pepsinogen + Magenlipase | Pepsinogen → bei pH < 6 aktiviert zu Pepsin → spaltet Eiweiße in Bruchstücke (10–100 AS) Magenlipase → beginnt Fettverdauung (erst im Magen aktiviert) |
| Nebenzellen | Muzinhaltiger Magenschleim | Bildet schützenden Schleimfilm auf der Magenwand → Schutz vor der eigenen Salzsäure und vor Selbstverdauung |
| Pylorusdrüsen | Schleim + Gastrin + Somatostatin | Gastrin: fördert Salzsäureproduktion Somatostatin: hemmt Verdauungshormone |
Klausur-Falle: Pepsinogen wird von Hauptzellen produziert und erst durch HCl (pH < 6) zum aktiven Enzym Pepsin aktiviert! Der Intrinsic-Faktor kommt von den Belegzellen – bei Mangel: perniziöse Anämie (B₁₂-Mangel)!
🧪 Magensaft – Zusammensetzung ▼
Zusammensetzung (2 l täglich!)
- Salzsäure (HCl): pH 1–2 im Magen; Speisebrei: pH 2–4
- Pepsinogene/Pepsine: eiweißspaltend
- Magenschleim (Muzin): Schutzfilm
- Intrinsic-Faktor: für Vitamin B₁₂
- Wasser
Chymus – der Speisebrei
- Im Magen: Nahrung durch Peristaltik zerkleinert + mit Magensaft durchmischt = Chymus
- Chymus verlässt Magen nach ca. 2 Stunden
- Transport durch Pylorus in den Dünndarm
〰️ Dünndarm (Intestinum tenue)
〰️ Abschnitte & Aufgaben ▼
3 Abschnitte des Dünndarms
- Duodenum (Zwölffingerdarm): Endverdauung mit Galle + Pankreassaft; pH-Neutralisierung
- Jejunum (Leerdarm): Hauptresorptionsort für Nährstoffe
- Ileum (Krummdarm): Resorption von Vitamin B₁₂ und Gallensäuren (enterohepatischer Kreislauf)
Hauptaufgaben
- Vorverdauten Speisebrei vollständig verdauen
- Kleine Moleküle (Nährstoffe) resorbieren → ins Blut
- Ca. 8 l Verdauungssäfte täglich rücksorbieren
- Länge: ca. 6 Meter
- Oberfläche: 200 m² (durch Falten, Zotten, Mikrovilli!)
📐 Oberflächenvergrößerung – 3-stufig! ▼
Warum 200 m² bei nur 6 m Länge? Drei übereinanderliegende Stufen der Vergrößerung!
1️⃣ Kerckring-Falten
- Ringförmige Schleimhautfalten
- Bis zu 1 cm hoch
- Erste Stufe der Oberflächenvergrößerung
2️⃣ Zotten (Villi)
- Finger- bis blattförmige Ausstülpungen
- Ca. 1 mm hoch
- In ständiger Bewegung → tauchen in Speisebrei → Moleküle aufnehmen
- Enthalten Kapillaren und zentrales Lymphgefäß
- Zwischen den Zotten: Krypten (Lieberkühn-Drüsen)
3️⃣ Mikrovilli (Bürstensaum)
- Dichte Fortsätze der Enterozyten (Saumzellen)
- Bilden Bürstensaum
- Dritte Stufe der Vergrößerung
- Direkte Resorptionsfläche für Nährstoffe
Merke: Krypten = Lieberkühn-Drüsen = zwischen den Zotten → bilden einen Teil des Darmsafts der dem Speisebrei zugemischt wird.
🌀 Dickdarm & Rektum
🌀 Aufbau & Aufgaben ▼
Hauptaufgaben
- Wasser und Elektrolyte rückresorbieren → Darminhalt eindicken
- Verdauung und Resorption im Dünndarm bereits abgeschlossen
- Halbfester Stuhl durch Speicherung im Mastdarm
- Ausscheidung über After (Anus)
- Durchmesser: ~7 cm (wesentlich größer als Dünndarm)
Abschnitte
- Blinddarm (Caecum) + Wurmfortsatz (Appendix vermiformis)
- Kolon (Grimmdarm) in 4 Abschnitten:
- → Colon ascendens (aufsteigend, rechte Seite)
- → Colon transversum (quer verlaufend)
- → Colon descendens (absteigend, linke Seite)
- → Colon sigmoideum (S-förmig)
- Rektum (Mastdarm): Stuhlspeicherung
- After (Anus): Ausscheidung
Pflege-Relevanz: Im Dickdarm wird kein Nahrungsbrei mehr verdaut – nur Wasser und Elektrolyte. Bei Durchfall → zu wenig Wasser resorbiert. Bei Obstipation → zu viel. Blinddarm-Entzündung (Appendizitis) = Entzündung des Wurmfortsatzes!
🫀 Leber (Hepar), Galle & Gallenwege
🏭 Funktionen der Leber – Stoffwechselzentrale ▼
Die Leber ist die Stoffwechselzentrale des menschlichen Körpers!
🧪 Produktion & Synthese
- Produziert täglich ca. 0,5 l Galle
- Bildet Proteine (Albumin, Gerinnungsfaktoren)
- Sezerniert Bilirubin (Abbauprodukt roter Blutkörperchen)
⚗️ Stoffwechsel
- Vielfältige Aufgaben im Eiweiß-, Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel
- Speichert Vitamine, Kohlenhydrate und Fette
- Regulation des pH-Werts
🛡️ Entgiftung
- Entgiftet Alkohol, Medikamente und andere Schadstoffe
- Baut Ammoniak zu Harnstoff ab
- Erste Station für Blut aus dem Darm (Pfortaderblut)
🟡 Galle – Zusammensetzung & Fettverdauung ▼
Was ist Galle?
- Ca. 0,5 l täglich, gelbbraun
- Enthält: Gallensäuren, Lezithin, Phospholipide, Bilirubin, Wasser
- Wichtigste Funktion: Fettemulgierung
- Gallensäuren aus Cholesterin gebildet
- Setzen Oberflächenspannung zwischen Fett und Wasser herab → feine Fettverteilung = Emulgierung
- Mizellen: kleinste Fettpartikel → ermöglichen Resorption
♻️ Enterohepatischer Kreislauf
- Im letzten Dünndarmabschnitt (Ileum) werden Gallensäuren zu ca. 90% rückresorbiert
- Gelangen mit dem Pfortaderblut zurück zur Leber
- Leber fügt sie erneut der Galle hinzu
- = Enterohepatischer Kreislauf der Gallensäuren
- Entlastet die Leber: muss nur wenige Gallensäuren neu produzieren
- „Recycling" der Gallensäuren
Gallenwege & Gallenblase
- Galle fließt über rechten + linken Lebergallengang → vereinigen sich an Leberpforte
- Außerhalb von Verdauungsphasen → Galle über Ductus cysticus in Gallenblase geleitet → dort eingedickt (Blasengalle: 50–80 ml)
- Bei fettem Essen → Gallenblase zieht sich zusammen → Galle in Zwölffingerdarm
- Gallengang mündet gemeinsam mit Ductus pancreaticus an der Papilla duodeni major ins Duodenum
🔬 Pankreas (Bauchspeicheldrüse)
🔬 Anatomie & Übersicht ▼
Anatomie
- Länge: ca. 15–20 cm, 1,5–3 cm dick, ~80 g
- Im Oberbauch, C-förmig vom Duodenum umschlossen
- Abschnitte: Pankreaskopf (breiteste Teil) – Pankreaskörper – Pankreasschwanz
- Ausführungsgang: Ductus pancreaticus
- Mündet gemeinsam mit Gallengang an Papilla duodeni major ins Duodenum
2 Anteile des Pankreas!
- Exokriner Anteil: produziert Pankreassaft → gibt ihn über Ausführungsgänge in den Dünndarm ab
- Endokriner Anteil: Langerhans-Inseln → bilden Hormone direkt ins Blut (kein Ausführungsgang!)
Merkhilfe: EXOkrin = EXit in den Darm · ENDOkrin = ENDO = nach innen, direkt ins Blut
🧬 Endokriner Anteil – Langerhans-Inseln & Hormone ▼
| Zelltyp | Produziert | Wirkung |
|---|---|---|
| B-Zellen (β-Zellen) | Insulin | Senkt den Blutzucker → Glukose in Zellen → Blutzucker ↓. Insulinmangel → Diabetes mellitus! |
| A-Zellen (α-Zellen) | Glukagon | Steigert den Blutzucker → Glykogen aus Leber wird zu Glukose abgebaut → Blutzucker ↑ |
| D-Zellen (δ-Zellen) | Somatostatin | Reguliert und hemmt die Freisetzung von Insulin und Glukagon; reguliert Appetit |
| PP-Zellen | Pankreatisches Polypeptid | Reguliert Appetit; sorgt für Sättigungsgefühl |
Klausur-Merksatz – Insulin vs. Glukagon:
Insulin (B-Zellen) = Blutzucker ↓ (bei vollem Magen) | Glukagon (A-Zellen) = Blutzucker ↑ (bei leerem Magen). Beide zusammen = Blutzuckerhomöostase. B-Zellen versagen → Diabetes mellitus Typ 1!
Insulin (B-Zellen) = Blutzucker ↓ (bei vollem Magen) | Glukagon (A-Zellen) = Blutzucker ↑ (bei leerem Magen). Beide zusammen = Blutzuckerhomöostase. B-Zellen versagen → Diabetes mellitus Typ 1!
🧪 Exokriner Anteil – Pankreassaft ▼
Pankreassaft (1,5 l täglich)
- Bikarbonatreich → neutralisiert sauren Chymus aus Magen im Duodenum (pH-Anpassung für Enzyme!)
- Enthält zahlreiche Verdauungsenzyme
- Gabe ins Duodenum reguliert durch Hormone: Sekretin und Cholezystokinin (CCK)
Sekretin & Cholezystokinin
- Sekretin: → Pankreas bildet bikarbonatreichen Saft → neutralisiert Säure. Hemmt Magensäure, fördert Gallenbildung
- CCK (Cholezystokinin): → steigert Enzymgehalt des Pankreassafts → Gallenblasenkontrkation → Galle ins Duodenum. Hemmt Magenbeweglichkeit
⚗️ Verdauungsenzyme – Was spaltet was?
⚗️ Enzyme – Überblick nach Nährstoffklasse ▼
| Nährstoff | Enzym | Produziert von | Wo aktiv | Spaltprodukt |
|---|---|---|---|---|
| 🍞 Kohlenhydrate (KH) | Ptyalin / α-Amylase | Speicheldrüsen | Mundhöhle | Stärke → Maltose (Zweifachzucker) |
| α-Amylase | Pankreas | Dünndarm | Stärke → Maltose | |
| Maltase, Laktase, Saccharase | Dünndarmschleimhaut | Dünndarm | Zweifachzucker → Einfachzucker | |
| 🥩 Eiweiß (Proteine) | Pepsin (aus Pepsinogen) | Hauptzellen (Magen) | Magen (pH <6) | Proteine → Polypeptide (10–100 AS) |
| Trypsin / Chymotrypsin | Pankreas (als inaktive Vorstufe!) | Dünndarm | Polypeptide → kleinere Peptide | |
| Carboxypeptidase | Pankreas | Dünndarm | Einzelne AS vom Ende abspalten → resorptionsfähig | |
| 🥑 Fette (Lipide) | Zungengrundlipase | Zungengrunddrüsen | Magen (erst dort aktiviert) | Beginn der Fettverdauung |
| Magenlipase | Hauptzellen (Magen) | Magen | Fette → Fettsäuren + Glycerin (teilweise) | |
| Pankreaslipase | Pankreas | Dünndarm | Triglyceride → Fettsäuren + Glycerin (Hauptverdauung!) |
Klausur-Tipp: Trypsin und Chymotrypsin werden als inaktive Vorstufen (Trypsinogen, Chymotrypsinogen) ausgeschüttet – erst im Dünndarm aktiviert! Sonst würden sie das Pankreasgewebe selbst verdauen (→ Pankreatitis!).
🔑 Merksätze & Klausur-Fakten ▼
KH-Verdauung
- Beginnt im Mund (Amylase spaltet Stärke)
- Endet im Dünndarm
- Endprodukt: Einfachzucker (Glukose!)
Eiweißverdauung
- Beginnt im Magen (Pepsin)
- Vollendet im Dünndarm (Trypsin, Chymotrypsin)
- Endprodukt: Aminosäuren
Fettverdauung
- Beginnt im Magen (Lipase)
- Hauptverdauung im Dünndarm (Galle emulgiert, Pankreaslipase spaltet)
- Endprodukt: Fettsäuren + Glycerin
📖 Definitionen & Fachbegriffe
📋 Fachbegriffe Verdauungstrakt ▼
| Begriff | Erklärung / Definition |
|---|---|
| Verdauungstrakt | Durchgehendes Rohr von Mund bis After; mechanische + chemische Zerkleinerung und Resorption der Nahrung |
| Peristaltik | Wellenförmige Muskelkontraktionen der Verdauungstraktwand → Transport des Nahrungsbreis |
| Chymus | Speisebrei = Nahrung nach Durchmischung mit Magensaft im Magen; verlässt Magen nach ~2 Stunden |
| Mukosa | Schleimhautschicht = innerste Wandschicht des Verdauungstrakts; enthält Drüsen |
| Submukosa | Bindegewebsschicht mit Blutgefäßen und Nerven (Meissner-Plexus) |
| Muskularis | Muskelschicht aus Längs- und Ringmuskulatur; enthält Auerbach-Plexus → Peristaltik |
| Serosa / Adventitia | Äußerste Schicht; Serosa wenn Bauchfellüberzug vorhanden, sonst Adventitia |
| Kardia | Magenmund = Übergang Speiseröhre → Magen |
| Fundus | Magengrund = kuppelförmiger oberer Abschnitt des Magens (Luftblase nach Essen) |
| Pylorus | Pförtner = Übergang Magen → Dünndarm; mit Schließmuskel (Sphinkter) |
| Belegzellen | Parietalzellen der Magenschleimhaut → produzieren Salzsäure (HCl) + Intrinsic-Faktor |
| Hauptzellen | Zellen der Magenschleimhaut → produzieren Pepsinogen (→ Pepsin) + Magenlipase |
| Intrinsic-Faktor | Von Belegzellen gebildet; notwendig für Vitamin-B₁₂-Resorption im Ileum. Fehlt er → Perniziöse Anämie |
| Pepsin | Eiweißspaltendes Enzym im Magen; entsteht aus Pepsinogen durch HCl (bei pH <6) |
| Duodenum | Zwölffingerdarm = erster Dünndarmabschnitt; Einmündung von Galle + Pankreassaft; pH-Neutralisierung |
| Zotten (Villi) | Fingerförmige Schleimhautausstülpungen im Dünndarm (~1 mm hoch); Hauptresorptionsfläche |
| Mikrovilli | Winzige Fortsätze der Enterozyten → Bürstensaum; dritte Stufe der Oberflächenvergrößerung |
| Krypten (Lieberkühn-Drüsen) | Schlauchförmige Einsenkungen zwischen den Zotten → bilden einen Teil des Darmsafts |
| Kerckring-Falten | Ringförmige Schleimhautfalten im Dünndarm (bis 1 cm hoch); erste Stufe der Oberflächenvergrößerung |
| Leber (Hepar) | Stoffwechselzentrale: Galleproduktion, Entgiftung, Eiweiß-/KH-/Fettstoffwechsel, Vitaminspeicher |
| Galle | Von der Leber produzierte gelbbraune Flüssigkeit (~0,5 l täglich); emulgiert Fette im Dünndarm |
| Gallensäuren | Aus Cholesterin gebildet; setzen Oberflächenspannung zwischen Fett und Wasser herab → Emulgierung |
| Enterohepatischer Kreislauf | 90% der Gallensäuren werden im Ileum rückresorbiert und zur Leber zurücktransportiert → Recycling |
| Pankreas | Bauchspeicheldrüse; exokrin: Pankreassaft (Enzyme); endokrin: Insulin, Glukagon (Langerhans-Inseln) |
| Exokrin | Drüse mit Ausführungsgang → Sekret wird in Körperhöhle (Darm) abgegeben (z.B. Pankreas → Dünndarm) |
| Endokrin | Drüse ohne Ausführungsgang → Hormone direkt ins Blut abgegeben (z.B. Langerhans-Inseln → Blutbahn) |
| Langerhans-Inseln | Endokriner Anteil des Pankreas: B-Zellen (Insulin), A-Zellen (Glukagon), D-Zellen (Somatostatin) |
| Insulin | Hormon der B-Zellen → senkt Blutzucker; Glukose wird in Zellen aufgenommen. Fehlt → Diabetes mellitus |
| Glukagon | Hormon der A-Zellen → erhöht Blutzucker; Glykogen in Leber wird zu Glukose abgebaut |
| Trypsin | Eiweißspaltendes Pankreasenzym (Endopeptidase); wird als inaktives Trypsinogen ausgeschüttet! |
| Pankreaslipase | Fettspaltende Enzym des Pankreas; wichtigstes Enzym zur Fettverdauung im Dünndarm |
| Bilirubin | Abbauprodukt des Hämoglobins (rote Blutkörperchen); von der Leber sezerniert; färbt Stuhl braun und Urin gelb. Bei Stau: Ikterus (Gelbsucht) |
| Emulgierung | Feine Verteilung von Fett in Wasser durch Gallensäuren → Mizellen → Fettsäuren können resorbiert werden |
| Meissner-Plexus | Nervennetz in der Submukosa → steuert Drüsenaktivität der Schleimhaut |
| Auerbach-Plexus | Nervennetz in der Muskularis → reguliert Peristaltik |
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